Cover Welt Macht Geld

"Eine brillante und vor allem investigative Tour de raison zur Finanz- und Geldtheorie. Wer Fakten will, um den Phantomen der Weltwirtschaft und ihrer Krise auf die Spur zu kommen, wird hier die Antworten finden, die er schon lange gesucht hat."

Peter Weibel

Eigentlich beginnt die Geschichte der heutigen Finanzkrise schon vor über 65 Jahren, genauer: in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1944.

Denn in dieser Nacht haben die USA – und das ist bis heute kaum bekannt – die Dokumente der Währungskonferenz von Bretton Woods heimlich umgeschrieben. Als die aus 44 Nationen stammenden Konferenzteilnehmer den Vertrag schließlich unterzeichneten, ahnten sie nicht, dass die USA in dem Dokument das Wort "Gold" jeweils um dem Zusatz "oder US-Dollar" erweitert hatten.

Auf diese, später von Großbritannien als Betrug bezeichnete Weise wurde der US-Dollar zur Weltleitwährung und die USA zur Supermacht. Dieser Betrug ist mehr als tragisch: denn ohne ihn hätte sich die heutige Finanzkrise nicht entwickeln können, da das zur Krise führende enorme Ungleichgewicht zwischen den USA und der Welt erst durch die Sonderrolle des US-Dollars ermöglicht wurde.

Im Verlauf der letzten 6 Jahrzehnte prägte der US-Dollar dann die Welt, wie es nur wenige historische Ereignisse vermochten; Marshall-Plan, Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, Wirtschaftswunder, Mondfahrtprogramm, Kalter Krieg, Vietnamkrieg, Ölkrise, Irakkrieg, Globalisierung und vieles andere mehr – etwa der Klimawandel – wären ohne den US-Dollar als Weltleitwährung anders verlaufen.

Kaum auszumalen, wie sich die Welt entwickelt hätte, wenn sich 1944 eine Weltwirtschaftsordnung nach den Vorschlägen Großbritanniens durchgesetzt hätte. Denn der britische Vorschlag war großartig, visionär und von den Zielen einer gerechten, ausgeglichenen und nachhaltigen Welt geprägt.

Schon die folgenden drei Punkte lassen erahnen, dass wir heute in einer anderen Welt leben würden:
(1) der Welthandel wäre die letzten 6 Jahrzehnte zinsfrei gewesen und damit frei vom Zwang zu ständigem Wirtschaftswachstum – mit allen positiven Konsequenzen für Gesellschaft und Umwelt.
(2) die dritte Welt hätte sich entwickeln können, da das Bankenprinzip – wodurch die Guthaben der einen Länder als Kredite für andere Länder gedient hätten – auf globaler Ebene eingeführt worden wäre,
(3) die Finanzierung größerer Kriege – etwa Vietnam oder Irak – wäre kaum möglich gewesen.

Heute ist abzusehen, dass uns der US-Dollar als Weltleitwährung verlassen wird und so stellt sich die Frage, was folgen soll.

Die Beantwortung dieser Frage sollten wir aber nicht der Finanzindustrie oder mächtigen Nationen überlassen. Wir, die Zivilbevölkerung, müssen uns einmischen. Denn die zukünftige Finanz- und Wirtschaftsordnung wird entscheiden, ob wir die Probleme der Zukunft lösen können.

Um diese Frage diskutieren zu können, möchte das Buch WELT MACHT GELD ein Leitfaden sein.

Nur wenn wir wissen, können wir auch mitreden!